Stage Dive - Band Zwei bis Fünf

von Kylie Scott

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Kylie Scotts Reihe um die fiktive Rockband Stage Dive geht in die nächste Runde.

„Freundschaften zwischen Männern und Frauen funktionieren meistens nicht. Einer empfindet immer mehr für den anderen. So ist das eben.“

Kylie Scott bedient sich auch im zweiten Teil der Stage-Dive-Reihe bewährter Rezepte. Anne Rollins findet sich selbst zwar hässlich und unattraktiv den Schlagzeuger Malcolm Ericson dafür schon seit ihrer Jugend wundervoll. Als ihre Mitbewohner kurzerhand mit ihren Mietschulden verschwindet, zieht er überraschend bei ihr ein: sie soll für ihn seine Freundin spielen. Doch zwischen dem kindischen Mal und der zurückhaltenden Anne entsteht eine leidenschaftliche Affäre – bei der beide irgendwann ihre eigenen Grenzen verlieren.

Auch wenn hier wieder eine sich selbst geißelnde Protagonistin durch fast vierhundert Seiten führt, ist die Situationskomik deutlich höher und so der Band etwas unterhaltsamer als sein Vorgänger. Und irgendwie möchte man ja einfach wissen, wie die anderen Jungs in den Schoß der Ehe gelotst werden.

„Wir beide waren eben Einzelgänger, die zufällig derzeit gemeinsam einsam waren. Das war zumindest etwas besser, als ganz allein zu sein.“

Um Abwechslung bemüht, startet Kylie Scott in den dritten Teil mit einem unsympathischen Protagonisten, der in den vorherigen Bänden als Egoist und Junkie etabliert wurde. Egoist ist er immer noch, doch den Entzug und die Reha hat er erfolgreich hinter sich und hat nun eine Assistentin und Suchtbegleiterin am Hals. Lena merkt allerdings relativ schnell, dass ihre Gefühle für ihren Boss sich jenseits eines gesunden Arbeitsverhältnisses befinden und möchte kündigen. Jimmy startet darauf hin das Projekt: Lena von ihrer Zuneigung zu befreien – doch verliebt sich dabei selbst. Doch kann mit der Vergangenheit im Nacken diese Liebe überhaupt eine Chance haben?

Hach, Scott spielt mal wieder mit den Erwartungen der Leser*innen, die sie selbstverständlich pflichtgetreu erfüllt. Die überraschend sympathisch Lena machen das Buch zu einer netten Unterhaltung, die wenigstens einmal halbwegs realistische Entwicklungen zeigt. Eigentlich der beste Band der Reihe.

„Ein Schwanz hat kein Gehirn. Darum bringen sich Männer ja auch ständig in Schwierigkeiten.“

Einen abrupten Abschluss findet Kylie Scott mit dem letzten Teil der Stage-Dive-Reihe. Lizzy Rollins, die kleine Schwester der Heldin aus Band Zwei ist schwanger. Von dem Bassisten der Band. Der sich von ihr fern halten sollte. Konfrontiert mit der neuen Situation speist er die ihn anhimmelnde einundzwanzigjährige ab und hetzt ihr die Anwälte auf den Hals. Als sich seine Bandkollegen und Freunde einschalten, möchte er zumindest eine platonische Freundschaft mit ihr aufbauen – mit anderen Männern soll sie aber dennoch nicht sprechen. Kann Lizzy im trotz seines Benehmens immer noch verzeihen oder wird es ihr irgendwann zu viel? Leider ist ersteres der Fall und die an sich reizende Protagonistin macht aus sich selbst wieder und wieder einen Fußabtreter um ihrem Schwarm nahe bleiben zu können, nach langen Leidensmonaten belohnt dieser sie großzügig mit einem Heiratsantrag, den sie seufzend annimmt. Ein wirklich schwacher Abschluss einer eigentlich amüsanten Reihe, der nicht nur die Frauenbewegung sondern auch jegliche Form von Selbstrespekt mit Füßen tritt.

„Ich mochte eine Zicke sein, aber hauptsächlich, um zu bekommen, was ich wollte. Aber dabei musste mir nicht unbedingt die ganze Welt zusehen.“

Der Jahre nach dem unbefriedigenden Ende der Stage-Dive-Reihe schiebt Kylie Scott die erste von mehreren Kurzgeschichten nach. Endlich bekommen Fans die Geschichte von dem Securityguard Sam und der zickigen Erzfeindin Martha (aka Bitchschwester) erzählt. Martha hat magisch eine Charakterwandlung durchlaufen, nachdem sie im Park fast ausgeraubt wurde und erkennt ihre Liebe zu Sam, der schon seit zehn Jahren auf sie steht. So schnell wie möglichen erklären sie sich ihre Liebe und hüpfen in den Pool, bevor sie heiraten und Martha ihre Berufung in der Organisation einer Securityfirma findet. Urks. Wer die letzten positiven Erinnerungen an die Serie verbrennen möchte und vier Euro aus dem Fenster werfen möchte: hier ist eure Gelegenheit.

Ansonsten Finger weg, schlechter geht es kaum.

Bitte addieren Sie 5 und 4.
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Informationen

Play
Erscheinungsjahr: 2014
Ausgabe: LYX, 2015
ISBN: 978-3-802-59886-9
Seiten: 364
Übersetzung: Katrin Reichhardt
Sterne: 2/5

Lead
Erscheinungsjahr: 2014
Ausgabe: LYX, 2015
ISBN: 978-3-763-30003-3
Seiten: 396
Übersetzung: Katrin Reichhardt
Sterne: 2/5

Deep
Erscheinungsjahr:
2015
Ausgabe:
LYX, 2016
ISBN:
978-3-736-30151-1
Seiten:
329
Übersetzung:
Katrin Reichhardt
Sterne:
1/5

1001 Dark Nights - Strong
Erscheinungsjahr: 2019
Ausgabe: LYX, 2019
ASIN: B07JD8LZZL
Seiten: 142
Übersetzung: Katrin Reichhardt
Sterne: 1/5