Lila

von Marilynne Robinson

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Marilynne Robinson ist eine der bekanntesten amerikanischen Schriftstellerinnen der Neuzeit. Trotz ihrer vier bedeutenden Romane, für die sie zahlreiche Preise - unter anderem den Pulitzer Prize 2005 und ihrer Tätigkeit als Gastprofessorin an verschiedenen Hochschulen, ist sie hauptsächlich als Lieblingsschriftstellerin von Barack Obama bekannt.

Ihr vierter Roman Lila, verschaffte ihr 2015 auch den lang verdienten Durchbruch in Deutschland. Er ist der Abschluss einer Trilogie, die mit Gilead und Home ihr Hauptwerk bildet.

"Sie liebte den Geruch der Erde, das Gefühl. Sie musste sich zwingen, sich den Dreck von den Händen zu waschen."

Lila, eine Waise und Streunerin, die auf der Straße lebt, wird von der Wanderarbeiterin Doll unter die Fittiche genommen, die das kleine Mädchen mitnimmt. Mit dem wenigen, das sie hat, zieht sie das Mädchen karg, mürrisch aber dennoch liebevoll groß. Doll nimmt für Lila sowohl die Rolle einer Mutter, als auch einer großen Schwester ein, die Lila mit einer schartigen Klinge und einem Schal beschützt. Doch dann ist sie nicht mehr da und die junge Frau muss sich alleine durchschlagen. Sie lässt sich in der Nähe von Gilead im Mittleren Westen nieder und bewohnt eine kleine Holzhütte außerhalb der Stadt.

Während sie Gelegenheitsarbeiten in der Stadt annimmt, lernt sie den älteren Pfarrer John kennen, der für sie eine Anlaufstelle wird. Überraschenderweise macht er sich Sorgen um ihr Wohlbefinden und noch überraschender öffnet sich Lila zum ersten Mal gegenüber einem Menschen.
Von einer väterlichen Verbindung wandelt es sich schnell zu einer Liebe, die keiner so richtig begreifen kann, dennoch gehen die beiden eine Beziehung ein, heiraten überraschend schnell und Lila wird schwanger.

"Lilas Gedanken waren manchmal seltsam. Waren sie immer gewesen. Sie hatte gehofft sich taufen zu lassen würde dagegen helfen, aber dem war nicht so."

Durch krude Zeit- und Handlungssprünge ist es leider unmöglich die Geschichte um die immer ausgestoßene Lila und ihre nicht fassbare Beziehung zu dem Pfarrer nachvollziehen zu können. Es kommt keine stringente Handlung zustande. Eventuell hängt es mit dem fehlenden Vorwissen durch die ersten beiden Bände zusammen. Allerdings bezweifle ich irgendwie, dass es tatsächlich einen roten Faden gibt, denn auch innerhalb der Handlung gibt es zu viele Ungereimtheiten und keine logische Entwicklung.

"Das Geräusch, wenn es sich jemand zwischen Laken und Decke bequem macht, gehört doch einfach zu den schönsten Dingen der Welt."

Die Charaktere handeln für mich vollkommen willkürlich, die Protagonistin ging mir entsetzlich auf die Nerven und das Verhalten des Pfarrers grenzte fast schon an eine abstruse Form der Pädophilie - gut dies mag vielleicht übertrieben sein, doch der Altersunterschied beträgt mehr als dreißig Jahre, insofern ist er für mich leider doch nicht übersehbar und hat mich gestört.

Auch sprachlich hat die Autorin mich selten bis nicht berührt und leider kann ich den Hype um sie absolut nicht nach voll ziehen. Mit gutem Gewissen kann ich das Buch also leider nicht empfehlen.

Bitte addieren Sie 5 und 4.
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Informationen

Erscheinungsjahr: 2014
Ausgabe: Fischer, 2016
ISBN: 978-3-596-03369-0
Seiten: 287
Übersetzung: Uda Strätling
Sterne: 2/5