Lesemonat Januar

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Während im letzten Jahr der Monat Januar dahin flog, fühlten sich die letzten Wochen an wie ein ganzes Jahr. Sie waren vollgestopft mit Ereignissen, mit Sorgen, mit Stress und mit Freude. Unglaublich dichte vier Wochen, die nicht eine 180° Wende mit sich brachten, wie ein neues Jahr es immer versprechen zu scheint. Doch auf der anderen Seite erweckte der Januar mit seinen schüchternen Sonnenstrahlen meine totgeglaubte Leselust wieder.

Lesevorsätze

Für dieses Jahr hab ich mir lesetechnisch fünf Sachen vorgenommen:

  1. Meinen SuB[1] abzuarbeiten, der immer mehr wuchert.
  2. Weniger Bücher zu kaufen, auszuleihen und Leseexemplare mitzunehmen[2] um Vorsatz Eins zu erreichen.
  3. Bücher schneller abbrechen, wenn sie nicht überzeugen.
  4. Gelesene Bücher am Ende des Monats rigoros auszusortieren.
  5. Achtsamer zu lesen, also ohne Ablenkungen und Zeitdruck um mehr aus den Büchern mitnehmen zu können.

Im Januar lief dieses Projekt gar nicht schlecht. Nur drei Bücher zogen bei mir ein, sechs habe ich gelesen. Um meine Want-To-Reads an den SuB anzupassen, habe ich am Anfang des Monats mich auf neun Bücher festgelegt. Davon war eins unsere Lektüre im Buchclub, eins war ein Reread, eins war ausgeliehen, eins frisch gekauft und fünf Bücher waren vom SuB. Ein Konzept, das mir eigentlich ganz gut gefällt und das ich gerne beibehalten möchte.

Neu im Regal

  • Bernemann, Dirk: Kein Versbreit den Faschisten
  • Li, Lillian: Number One Chinese Restaurant
  • Simons, Olivier: Literaturtheorien zur Einführung

Gelesen habe ich fünf der Januar-Bücher und eines der Februar-Bücher.

Österreich, Urban Gardening und Singapurs Hitze

In den Januar startete ich mit "Wunschloses Unglück" von Peter Handke. Kein wirklicher SuB-Abbau, sondern eine Leihgabe aus dem Regal meiner Eltern. Zum einen war ich spätestens seit der Nobelpreisvergabe neugierig, zum anderen stand es auf der Lektüreliste der Universität. Eine ausführliche Rezension ist hier zu finden.

Um die Stimmung danach etwas aufzulockern, griff ich zu Christine Zuereichs "Garten, Baby!", das ich vor zwei Jahren schon las. Es hat mir ebenso gut wie damals gefallen und hier erzähle ich warum. Deswegen darf das Buch vermutlich auch bleiben.

Unsere Buchclub-Lektüre war der Debütroman von Sharlene Teo. In seiner deutschen Übersetzung: "Schöne Monster". Zwar hat das Buch einige Stärken, doch leider auch deutliche Schwächen. Deswegen ist es das erste Buch dieses Jahr, das aus dem warmen Regal flattert. Eine kleine Rezension ist vorher hier zu lesen.

Kapitalismus und Klassiker

Nachdem der Essayband "Kapitalismus und Todestrieb" seit fünf Wochen mir von meiner besseren Hälfte immer wieder unter die Nase gehalten wurde – es würde ihn interessieren, wie ich ihn fände – habe ich ihn Ende Januar gelesen. Byung-Chul Han verknüpft in diesem folgende Thesen.

Am Ende des Monats schoben sich noch zwei Klassiker rein. Zum einen Lessings "Emilia Galotti" das ich in der Schule bereits gelesen hatte. Zum anderen Friedrich Hebbels "Judith", das ich vor einigen Jahren gelesen habe. Leseerlebnisse verändern sich über die Jahre und so denke ich nun über Emilia und Judith.

Februar Vorsätze

Kurz vor knapp habe ich mit Lillian Lis "Number One Chinese Restaurant" begonnen, dass ich mit in den Februar nehmen werde. Außerdem kommt der erste Band von Christelle Dabos "Die Spiegelreisende" mit, den ich schon Anfang Januar begonnen habe, aber in dem ich noch etwas hänge. Für Februar habe ich mir auch schon folgende neun Bücher vorgenommen:

 

  • Bernemann, Dirk: Kein Versbreit den Faschisten
  • Hebbel, Friedrich: Judith
  • Penny, Laurie: Fleischmarkt
  • Romaguolo, Raffaella: Bella Ciao
  • Sola, Yann: Tödliche Tramontane
  • Tokarczuk, Olga: Gesang der Fledermäuse
  • Whitehead, Colson: Zone One
  • Winterson, Jeanette: Frankisstein
  • Woolf, Virginia: Mrs. Dalloway

 

Nachdem ich Hebbels "Judith" schon gelesen habe, ziehe ich Toni Morrisons "God help the Child" und Hanya Yanagiharas "Volk der Bäume" mit auf die Leseliste für diesen Monat. Seit neustem habe ich auch einen Goodreads-Account. Damit wünsche ich Euch einen wundervollen, sonnigen Start in den Februar.

 

[1] Stapel der ungelesenen Bücher - auch wenn es eher mehrere Stapel sind. Nun gut, eher Regale. Aber es passiert immer so furchtbar schnell, dass sich neue Bücher einnisten.

[2] Der Unterschied liegt darin, dass ich Rezensionsexemplare mit der Bitte bekomme sie auch zu besprechen (selbstverständlich immer ehrlich), während ich Leseexemplare über die Buchhandlung bekomme und mit meinen Kolleg*innen teile um besser Bücher verkaufen zu können.

Bitte addieren Sie 8 und 8.
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