Frey & McGrey: Strings of Murder

von Oscar de Muriel

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Mein Vater hat sein ein paar Jahren ein großes Faible für Mystery-Krimis entwickelt. Ganz besonders englischsprachige mit schöner Covergestaltung. Englische Krimis mit schönen Covern, interessanten Titeln und einem übernatürlichen Element sind insofern ein schwacher Punkt. So kam auch die Reihe um das Ermittlerduo Frey und McGray ins Regal. Sie ist von dem Chemiker und Übersetzer Oscar de Muriel. Aus Mexiko stammend, zog er nach England um seinen Doktor in Chemie zu absolvieren. Der passionierte Violinist und Jurassic-Park-Liebhaber lebt heute in Cheshire, veröffentlichte einige wissenschaftliche Artikel und ein paar Geschichten in verschiedenen Genres. Bevor er 2015 mit seiner Krimireihe begann.



“It is well acknowledged that any sensible English gentleman will unreservedly abhor anything Scottish.”

In dieser vereint er das ungleiche Ermittlerduo Frey & McGray. Ende des 19. Jahrhunderts wird der Inspector aus gutem Londoner Haus nach Schottland Straf-versetzt und landet im nebeligen Edinburgh. Als Albtraum aller echter Engländer hält sich seine Begeisterung darüber sehr in Grenzen und er vermisst im schottischen Eiland so ziemlich alles. Ganz besonders seine Verlobte, gutes Wetter, gutes Essen und die vermeintliche Zivilisation. Sein neuer Partner leitet die paranormale Division in Edinburgh, ist von seiner Vergangenheit schwer geschädigt, glaubt an das Okkulte und ist mehr als nur bärbeißig. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere geraten die beiden Detectives schon von Beginn an aneinander, was durch den Umstand, dass sie zusammen wohnen müssen, nicht besser wird.

“It will never cease to 'maze me how human beings can degrade themselves.“

Ihr erster Fall dreht sich um einen Violinisten der daheim ermordet wird. In einem verschlossenen Übungsraum. Aus dem es keinen anderen Weg hinaus oder heraus gibt. Als das Dienstmädchen schwört, sie hätte aus dem Raum drei andere Musiker gehört und in dem Raum sich Zeichen für Okkultes finden, ist McGray begeistert. Er vermutet im Hintergrund die bekannte "Devil's Sonata", ein Stück, das die Hilfe des Teufels benötigt.

Als nach und nach alle Violinisten sterben, die eine bestimmt Geige im Besitz hatten, scheint tatsächlich etwas Übernatürliches die Tode zu begünstigen. Doch ist nicht alles letztendlich doch wissenschaftlich immer erklärbar? Und kann der jüngere Bruder Ian Freys helfen oder wird er das nächste Opfer?

“Every time I look at the castle all wrapped in fog it feels as though I am reading a gothic novel. I almost expect to hear the howling wolves and to see the shades of beheaded monks.”

Muriel besticht durch ein gutes Bild Englands und Schottlands zu der Zeit Jack the Rippers. Durch einen teilweise sehr derben – und vor allem sehr schottischen – Tonfall bringt er dem Leser die nebeligen Straßen Edinburghs näher und lässt ihn im stetigen Zwiespalt schweben. Dem Zwiespalt bei welchen der beiden Inspektors die Sympathien liegen, ob es Übernatürliches gibt oder ob es wissenschaftlich erklärbar ist oder ob die Rivalität zwischen Schottland und England jemals verschwunden ist.

Clevere Dialoge und ein ungewöhnlicher Fall wirken vielversprechend und machen Lust auf die nächsten Fälle des ungewöhnlichen Duos.

Was ist die Summe aus 5 und 2?
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Informationen

Erscheinungsjahr: 2015
Ausgabe: Penguin, 2015
ISBN: 978-0-718-17982-3
Seiten: 406
Sterne: 4/5