Flavia De Luce - Band Zwei Und Drei

von Alan Bradley

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Alan Bradleys Erfolgsserie geht weiter und nur ungerne wollte ich die nächsten Bände verpassen. Im Januar habe ich es noch geschafft, den zweiten und den dritten Band zu beenden.

 

"Kinder sollte man mit einer Reitpeitsche züchtigen“, pflegte sie zu sagen, „es sei denn, sie wollen Politiker oder Juristen werden. In dem Falle sollte man sie hinterher ertränken."

Kaum hat sich die Aufregung um den letzten Mord gelegt, stolpert Flavia De Luce – eine 10-jährige hochbegabte Chemikerin, in ihren nächsten Fall. Bei einer Gastvorstellung in Bishop’s Lacy wird der berühmte Puppenspieler Rupert Porson ermordet. Nun liegt es an Flavia nicht nur seinen Tod, sondern auch einen längst verjährten Mord aufzuklären. Doch wie soll das klappen, wenn neugierige deutsche Kriegsgefangene, eine schwangere Mutter Gans und zänkische Schwestern Flavias Aufmerksamkeit einfordern? Und dann die Polizei auch noch ihre Mitarbeit brüsk zurückweist?

Nach einem fulminanten Auftakt, lässt der zweite Band um Flavia einen etwas ernüchtern. Zwar versprühen Flavia und ihre Bekanntschaften den bereits bekannten skurrilen Charme und der Fall hat durchaus seinen Reiz, dennoch scheint er im Vergleich zu seinem Vorgänger konstruierter und schwerfälliger. Dennoch zählt die Reihe nach wie vor zu einer der spannendsten Ermittlerinnen für Jugendliche und Erwachsene.

"Die Reihen in Flaschen abgefüllter Chemikalien waren meine Buntglasfenster, der Labortisch war mein Altar."

Flavia kann es nicht lassen. Ein einfacher Jahrmarktsbesuch endet mit einem brennenden Zelt und der Freundschaft zu einer dubiosen Wahrsagerin, die noch in derselben Nacht fast ermordet wird. Als ein nächtlicher Eindringling mit dem guten Hummerbesteck der De Luces ermordet in ihrem Garten aufgefunden wird, steckt die junge Chemikerin schon wieder beide Ohren in tiefen Verwicklungen. Denn auch hier scheint ein alter Todesfall eines Kindes mit dem Mord zusammenzuhängen. Als dann noch eine junge Zigeunerin, Totgeglaubte und eine religiöse Sekte über Buckshaw und den Wald herfallen, scheint das Chaos perfekt. Doch wer wäre Flavia, wenn sie dem Wunsch der Polizei nachkäme und ihre Nase im Herrenhaus lassen würde?

Mit dem dritten Band ist Bradley zurück! In seinem vielleicht spannendsten Fall, lässt er nicht nur ein kompliziertes Netz aus Verbindungen wachsen, sondern zeigt auch eine neue Tiefe in seinen Figuren. Immer deutlicher wird das Seelenleben der 11-jährigen, das von Einsamkeit und Zynismus geprägt ist. Ein echtes Lesevergnügen und purer Nervenkitzel.

Was ist die Summe aus 6 und 6?
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Informationen

The Weed that strings the Hangman's Bag
Erscheinungsjahr: 2010
Ausgabe: Blanvalet, 2011
ISBN:  978-3-442-37825-8
Seiten: 350
Übersetzung: Gerald Jung und Katharina Orgaß
Sterne: 4/5

A Red Herring without Mustard
Erscheinungsjahr: 2011
Ausgabe: Blanvalet, 2012
ISBN:  978-3-442-37950-7
Seiten: 348
Übersetzung: Gerald Jung und Katharina Orgaß
Sterne: 5/5